5. & 6. Juli 2022: Tag 18 & 19 – Von Genuss, handwerklicher Aktivität, Greenpeace und Diätüberlegungen

5. & 6. Juli 2022: Tag 18 & 19 – Von Genuss, handwerklicher Aktivität, Greenpeace und Diätüberlegungen

Lido di Jesolo

Nach den vielen Erlebnisse der letzten Tage war ich sehr froh für zwei weitere Tage einen herrlich entspannten und unaufgeregten Strandurlaub zu machen, nicht ohne vorher die Principessa mit Streicheleinheiten versorgt auf einen schattigen, geschützten Platz abgestellt zu haben, wo auch sie sich von den Anstrengungen erholen konnte.

Es gibt im Leben einfach Zeiten, wo man vor Aktivität strotzt und jene, wo sich der Körper gegen jegliche Form der Bewegung auflehnt. Und wenn schon Bewegung, dann mit Gemach und nicht zu hastig. Und daher bestand mein Tagesablauf für die nächsten 48h – mit wenigen noch zu berichtenden Ausnahmen – aus immer denselben Abläufen.

  1. Aufwachen – man möchte gar nicht glauben wie viele Muskeln beim Öffnen der Augen, Blinzeln gegen die Morgensonne, Gähnen, Strecken aller Gliedmaßen und Positionieren einer neuen Schlafposition in Anspruch genommen werden
  2. Aufstehen – die innere Uhr lässt es dann doch nicht zu den gesamten Vormittag im Bett zu bleiben und zu dösen, also wird der Luxuskörper geölt und halbwegs auf Vordermann gebracht, einem Hotel, wie diesem entsprechend bekleidet und in den Speisesaal verfrachtet
  3. Frühstücken – seit Tagen versuche ich bei der ersten Mahlzeit des Tages, die ich seit Jahren im normalen Leben immer auslasse, was mir bei den Frühstücksbuffets der B&B und Hotels einfach nicht gelingt, wenigstens den Kohlenhydraten zu entsagen… mit wenig Erfolg und viel Genuss – diese frischen, duftenden, warmen Croissants …
  4. Besiedeln der Strandliege – im traditionellen Strandhotel nicht mehr ganz so aufwendig, da mit Reihe und Nummer zugewiesen. Es entfällt also völlig, der Kampf um den Liegestuhl durch frühzeitige Belegung mit Badetüchern und aufblasbare Plastikpölstern. Trotzdem handelt es sich um ca. 100m Sandgehen mit Strandschlapfen, was gar nicht so unanstrengend ist.
  5. Dösen am Strand im Halbschatten – jene Aktivität, die wahrscheinlich am Wenigsten Energie erfordert und unglaublich viel Erholungswert beinhaltet.
  6. Strandspaziergänge mit anschließendem Schwimmen im Meer und kurzem Plaudern mit den Liegestuhlnachbarn am Weg zurück – hier laufe ich dann zur Aktivitätshochform des Tages auf und kann dann darauf verweisen, dass ich ganz Lido di Jesolo vom Hochhaus bis zum Leuchtturm inspiziert habe und Schwimmen auch als olympische Disziplin und damit zweifellos sportliche Aktivität gilt. Aber – es macht müde.
  7. Aus diätetischen Gründen lasse ich das Mittagessen aus – nicht ohne mir einen Aperol Spritz zu genehmigen – Trinken ist wichtig bei der Hitze 😉 und verfahre nun abwechselnd mit Punkt 5 und 6 bis es 17.00 Uhr wird.
  8. Aperitif auf der Terrasse und Leute beobachten – funktioniert übrigens am besten mit gut abgedunkelten Sonnenbrillen und dem perfekten Platz, wo man selbst am Wenigsten gesehen wird und einen guten Ausblick nach allen Richtungen hat
  9. Umziehen für das Abendessen – dies ist bei einer Vespa Tour mit eingeschränkten Gepäckmöglichkeiten und daher einer minimalen Auswahl an Haute Couture unproblematisch und zeitsparend.
  10. Abendessen – egal, wie man es dreht und wendet. Das Angebot ist zu verlockend und der Versuch nur einen Secondo Piatto zu bestellen endet spätestens bei den Schalmeien Tönen des Maître, der fast beschwörerisch die unglaublichen Geschmacksexplosionen des Primo Piatto beschreibt.
  11. Schlafengehen – nach diesem höchst anspruchsvollen und auch körperlich fordernden 10 Punkte Programm benötigt unsereins die verdiente Ruhephase und sinkt ermattet in kühles Leinen, um in Morpheus Arme zu gleiten.

So in etwa könnte ich mir eine Woche vorstellen, aber leider standen mir nur 48 Stunden zur Verfügung.

Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich die oben beschriebene Routine auch ein paarmal durchbrochen habe.

Ich bin am zweiten Tag gleich in der Früh entlang der Strandpromenade 10.000 Schritte gegangen, in erster Linie natürlich, um euch mit ein paar Fotos zu versorgen.

Steg am Strand von Jesolo
Muscheln am Strand von Jesolo
Leuchtturm in Jesolo
Hotel Vienna (am Strand von) Jesolo
Das Meer in Jesolo
Augustiner Bräu in Jesolo
Abend am Strand von Jesolo
Strand von Jesolo
Strand von Jesolo
Muschel am Strand von Jesolo
Krabbe am Strand von Jesolo
Hotel (am Strand von) Jesolo
Oleander in Jesolo
Casa bianca al Mare (am Strand von) Jesolo
Abendhimmel in Jesolo
Strand von Jesolo
Strand von Jesolo
Strand von Jesolo
Strand von Jesolo

Und ich habe, handwerklich versiert, die verloren gegangene (gestohlene?) Fixierung der Vespa Tasche durch ein Seil, das durch mehrere Chirurgische Knoten gesichert wurde, wieder garantiert.

Gepäckprobleme kündigen sich an
Die Tasche provisorisch befestigt
Die Tasche provisorisch befestigt

Außerdem habe ich eine wunderbare Thai Massage genossen, die meinen noch immer etwas beleidigten Schultergürtel nachhaltig wiederherstellte.

Bezüglich weiterer Diätüberlegungen habe ich auch schon weitergedacht, vor allem seit ich am Strand eingeschlafen bin und unsanft geweckt wurde, da engagierte Aktivistinnen von Greenpeace versuchten mich ins Wasser zu ziehen….

Fazit:

Erholungsfaktor 100%, mindestens 3kg zugenommen, alte Freunde getroffen und neue Freunde gefunden, den obligatorischen Sonnenbrand gepflegt und dieses Ferienfeeling von Sand zwischen den Zehen genossen.

Spaghetti al ragú schmecken nur in Italien so richtig gut
Terrasse im Hotel Universo in Jesolo
Und es gibt Aperol Spritz! Auch in Jesolo!
Nette Gesellschaft am Strand von Jesolo
Hotel Universo Jesolo
Hotel Universo Jesolo

Vielleicht sollte man sich manchmal gegen den Freizeitstress auflehnen und mehr dem Laissez-faire frönen!

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4 comments

  1. Mehr Laissez-faire! Wohldosiert, dann gibt es nichts Besseres. Und stets einen augenzwinkernden Blick auf sich selbst und auf den Rest der Welt. Du machst es genau richtig und teilst diese Beobachtungen, das Reisen, die Weisheiten mit uns Daheimgebliebenen. Danke!! Super Fotos, wie eh immer, und dennoch erwähnenswert.

  2. Geniale Photos..man spürt förmlich die Stille und Ruhe..menschenleer am Strand.
    Lass es Dir so richtig gutgehen, essen, Meer, Sand, guter Schlaf,Gespräche und die Meeresluft zum Auftanken für Deine Weiterfahrt, dass der Lenker, Gas u.Bremse rechtzeitig bestens von Dir beherrscht werden.
    Gut beschützt sei Deine Weiterfahrt.
    ❤❤❤

  3. Die Fotos sind eine Wucht. Wären schöne Ansichtskarten. Ich bewundere deinen Mut diese Reise so alleine durchzuführen.
    Du schaust jede Woche jünger aus.
    Viel Spaß noch und ja das Beobachten ist auch meine Lieblingsbeschäftigung.
    Strass del Guggi😎

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