Superkalifragilistik expialigetisch

Superkalifragilistik expialigetisch

oder: Wie ich zu einer Mary Poppins Tasche gekommen bin

Nun sind es wirklich nur mehr 2 Wochen bis zum Start meiner großen Reise. Vieles ist bereits erledigt, einiges noch zu tun, aber lasst es mich der Reihe nach erzählen …

Wie bereits im letzten Blog berichtet ist die Principessa II in bester technischer Verfassung. Auch meine diversen Blessuren der letzten Wochen heilen und mein physischer und psychischer Gesamtzustand klettert der 100er Marke entgegen. Ich habe mich sogar von gut 10 cm Haarlänge getrennt, um mit der idealen Helmfrisur das Abenteuer zu beginnen.

Die Unterkünfte sind gegen gecheckt, das technische Equipment überprüft, Strassenkarten besorgt und die Route mehrmals entlang der Karten imaginär gefahren, wobei dabei diverse Sehenswürdigkeiten und Lokale vermerkt wurden (das Piaggio-Museum in Pontedera ist da natürlich auch dabei). Für die Schweizer Pässe gibt es einen Plan B sollten diese gesperrt sein und ich hab einerseits Reinhard Prasch als technischen Telefonjoker und den ÖAMTC Schutzbrief für fast alles andere. Aber da war doch noch etwas …

Natürlich! Das Problem fast jeder Frau vor Antritt einer Reise. Was nehme ich mit und wie bringe ich es unter? Bei Reisen mit dem Auto eher unaufgeregt (als leidenschaftliche Singlereisende hat man immer genug Platz, um noch das zigste Paar Schuhe auf die Rückbank zu plazieren „die passen so wunderbar zu der marinefarbenen Chino Hose“… Flugreisen sind da dann schon limitierender, so man nicht eine Lawine aufzahlen möchte wegen mindestens 10kg Übergepäck. Aber mit der Vespa? Da ist der Platz wirklich extrem reduziert. Eine 28l T-Bag im Fussraum, eine Classic Koffertasche Moto Nostra mit 35l Fassungsvermögen am hinteren Gepäckträger und ein Stauraum unter der Sitzbank. Na das kann ja etwas werden … Wer kann da helfen? Da betritt nun Gina Halbauer – www.dieschrankfluesterin – den Schauplatz. Sie berät nicht nur in Sachen typgerechter Mode und entrümpelt gnadenlos mit den Kunden deren Kleiderschränke, sondern sie kann überall, wo es gewünscht ist Ordnung schaffen, die auch nachhaltig ist. Ja, da kann sie natürlich auch unterstützen, wenn es darum geht 4 Wochen auf einer Vespa durch 5 Länder zu rollern, unterschiedlichen Wettersituationen ausgesetzt zu sein und verschiedene Ansprüche an die Kleidung zu stellen. Man möchte ja dann doch auch stylish durch Siena flanieren, ein Stück die Via dell’Amore zwischen den Cinque Terre wandern, an der Croisette (Cannes) einen Café au lait trinken, in Marseille eine Bouillabaisse mit einem Glas eisgekühlten Rosé mit Blick auf die untergehende Sonne am Alten Hafen genießen und noch vieles andere mehr. Und die meiste Zeit werde ich auf meiner Vespa sitzen und auch da die entsprechende Kleidung benötigen. Ich reise ja – wie ich schon berichtet habe – mit 2 Helmen, da ich auf den langen Strecken einen Vollvisierhelm trage und entlang der Flaniermeilen der Adria oder Riviera den doch leichteren Vespahelm aufsetzen möchte. Das bedeutet, dass fast die Hälfte der 35l Koffertasche durch den Helm belegt ist. Auch der Stauraum unter der Sitzbank ist eher funktional und technisch besetzt. Decke, Badetuch, Regenanzug, Motoröl, Schweizer Messer, Alarmweste, Verbandskasten, diverse Ladegeräte.

Gina und ich kennen uns von den Wienerwald Wunderweibern auf Facebook und sie wurde durch meine Homepage auf diese Reise aufmerksam und hat mich kontaktiert, dass sie gerne hilft, wenn ich dies benötige. Und ja, beim Blick in meine begehbare Garderobe, meine Schränke und meine Schuhwand war mir klar – Gina muss her. Gemeinsam mit Katharina Strack-Dewanger, die den wirklich unterhaltsamen Samstag Vormittag fotografisch festhielt und der Schrankflüsterin kamen wir nach 3 Stunden Kaffee trinken, lachen, Schränke ausräumen, Kombinationen zusammenstellen und diverser Variationen von Zusammenlegekunst zu dem Ergebnis, dass ich sogar noch Platz für ein gutes Buch und vielleicht das eine oder andere Mitbringsel habe. Mary Poppins – ähm – Gina Halbauer sei Dank!

Zuerst definierten wir die Aktionsradien – Vespafahren, Städte und/oder definierte Ausflugsziele begehen (man wird in der Toscana ja auch ein Weingut besichtigen dürfen), Abendessen – auch einmal nobler – und Baden. Danach haben wir uns für die Freizeit und Essenszeiten für ein Farbkonzept entschieden, das miteinander gut austauschbar ist, knitterfrei, bequem und trotzdem stylish und wandelbar.

So viele T-Shirts machen die Auswahl schwer

Wir entschieden uns für blau/beige/rosé und schon war dieser Bereich erledigt. Bei den Schuhen war es auch sehr einfach neben den Motorradstiefeln kommen Sneakers, Zehensandalen und Flip Flops zum Einsatz und wir haben sogar eine wunderbare wandelbare Tasche aus Satin gefunden, die nicht nur perfekt zusammenlegbar, sondern zweiseitig beige/rosé ist.

Kleidung passend zum ausgewählten Farbschema blau / beige / rosé

Badetuch und Badeanzug/Bikini waren auch schnell definiert und ein Hauch von einem Pareo zum schnell Überziehen am Strand/See.

Zum Motorradfahren war es auch nicht schwer. Die Hosen Trilobite Motorradjean (nur 2mm, Kevlar, wasserdicht mit Protektoren) und Motorradleggings (Kevlar, wachsbeschichtet), 5 T-Shirts und meine Motorradjacke. Die Stiefel, der Vollvisierhelm und die Handschuhe mit Gelpatch (Sulcus Ulnaris Syndrom) machen den Look perfekt. Ich sollte jetzt ehrlicherweise sagen, dass ich bei der Wahl der Unterkünfte immer darauf geachtet habe, dass ich alle 4-5 Tage ein Hotel ansteuere, wo ich 2-3 Nächte bleibe und meine Wäsche waschen kann. Daher ist fast alles für 5 Tage ausgelegt.

Natürlich muss auch die Motorrad-Ausrüstung mit

Den besonderen Tipp, neben vielen kleinen und größeren Hilfestellungen, hat Gina dann beim Packen gehabt. Mit unterschiedlich großen Wäschetaschen, kann man die unterschiedlichen Kleidungsstücke zusammenpacken und muss sich nicht jedes Mal durch die gesamte Tasche wühlen. So gibt es eine Tasche für Unterwäsche/Badezeug, eine für T-Shirts/Weste, eine für Hosen, eine für Schuhe und eine für Kosmetika. Apropos Kosmetika, Gina hat mir von der wunderbaren Christa Kutscher Seifen mitgebracht, die nicht nur gut riechen, sondern auch mehr als praktisch sind, da die eine für Körper und Haare verwendbar ist und die andere für die Handwäsche. Ich trage ja zum Teil Funktionswäsche, die abends im Waschbecken schnell ausgedrückt werden kann und bis am nächsten Tag getrocknet ist. Fein ist dann, dass die Seifenstücke in einer Bienenwachstasche verstaut werden und somit die Feuchtigkeit kein Thema darstellt. Ausserdem bekomme ich Kosmetika von Ringana in Reisegröße mit und spare dadurch natürlich auch einigen Platz.

Die Lieblingsjeansjacke und Skiunterwäsche für die Alpen sind das add on und können auch noch untergebracht werden. Passt, sitzt, hat Luft – die Mary Poppins Tasche ist fertig.

Vielen Dank liebe Gina. Es waren vergnügliche Stunden mit Dir und Katharina Strack-Dewanger und wir haben wieder einiges gelernt. Im Herbst kommt dann meine begehbare Garderobe dran und unser Plan vom Garagenflohmarkt für einen guten Zweck!

Ich werde mich jetzt zurückziehen und eine Don´t forget Liste schreiben, denn ganz schlimm ist es, wenn man an der italienischen Grenze draufkommt keine Ausweise mitzuhaben, oder die Kreditkarte vergessen zu haben, oder die Lesebrille, oder irgendein Ladekabel….

Ich sehe schon, die Nervosität steigt und wie gesagt x-13. Der Count Down läuft!

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2 comments

  1. Diese motivierende Sprache weckt alte Erinnerungen ja Sehnsüchte.
    Freue mich, daß ich die Chance habe teilhaftig zu werden.

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